Frankfurter Buchmesse – Ein Rückblick
Inzwischen fühle ich mich wieder einigermaßen erholt. Nach gut sechs Wochen viel Reisen hatte ich die kleine Pause dringend benötigt. Also: Hier mein kleiner Rückblick auf die restliche Tage in Frankfurt:
Vorab noch zwei Fotos von unserem Messestand. Das große Poster von Polly & den Piraten ist schon von Weitem zu sehen und regt Interesse an – genauso wie ich es geplant hatte.


Am Donnerstag hatten wir endlich Licht. Nachdem wir dieses Jahr in einer Reihe waren, wo wir kein Licht von oben hatten und wir auch kein entsprechendes Möbelpaket bestellt hatten, war unser Stand doch sehr dunkel geblieben.Außerdem war es schon wesentlich belebter. Wie die vielen “normalen” Besucher an den Fachbesuchertagen allerdings in die Messe kommen, ist mir weiterhin ein Rätsel.
Am Donnerstag Morgen fand eine kleine Diskussionsrunde zwischen den Verlagen und der Leitung des Comiczentrums statt. Zuerst wurde kurz dargestellt, wie wir als Verlag die beiden für den Comicbereich Verantwortlichen unterstützen können. Danach kam es zu einer Diskussion, was man für das nächste Jahr besser machen könnte. Eine gute Sache, wie ich finde. Allerdings etwas früh (oder spät – je nach Sichtweise), da die aktuelle Messe nicht mehr auf die Vorschläge reagieren kann. Ein wesentlich besserer Zeitpunkt wäre das Ende der Messe gewesen, wie ich es aus Amerika kenne. Dort treffen sich nach dem Ende einer Con die Conleitung mit den Ausstellern und bereden, was gut gelaufen ist, was schlecht gelaufen ist und was man nächstes Jahr besser machen kann. Aber dieses Vorgehen fand bei den Verlagen keinen Zuspruch. Zumindest nicht in Form eines Präsenzmeetings.
Donnerstag hatte ich auch fast alle meine Termine. Einige waren dabei sehr interessant und vielleicht ergibt sich das ein oder andere.
Am Freitag gab es Streik. Um Frankfurt herum fuhr so gut wie keine S-Bahn. Für mich wurde es somit etwas schwieriger, zur Buchmesse zu kommen. Schwieriger und komplizierter, aber nicht unbedingt länger und teurer. Ich hatte zum Glück ein Hotel gebucht, das in der Nähe des Flughafens war und von wo aus zwei Buslinien zum Terminal 1 fuhren. Somit hat mich der Streik nicht zu sehr getroffen.
Allerdings hatte der Streik scheinbar das Publikum getroffen. Es war zwar mehr los als am Donnerstag, allerdings mit sehr verhaltenem Interesse.
Für mich war der Freitag eher ein Tag zum Entspannen. Die wichtigsten Gespräche hatte ich bereits geführt und so hatte ich etwas Zeit, mich selbst auf der Buchmesse umzuschauen. Und ich habe auch ein paar sehr interessante Aussteller gefunden. Die haben allerdings nichts mit Comics zu tun.
Außerdem wurde am Freitag der erste Preis verliehen: der CoLa 2007. “CoLa” ist die landesweit bekannte Abkürzung für Comicladen, wie jeder weiß. Keine Ahnung, wer gewonnen hat. Die Preisträger findet ihr sicherlich auf anderen comicrelevanten Seiten. Allerdings ist mir zu Ohren gekommen, dass er dieses Jahr zum möglicherweise letztem Mal verliehen wurde.
Samstag war Großkampftag. Eigentlich hatte ich volle Gänge bis zum Nichtumfallen erwartet. Aber so voll kam es mir nicht vor. Vielleicht lag das wirklich an der Trennung der “seriösen Comicverlage” (nicht mein Zitat) vom Rest.
Bis zum frühen Nachmittag hatte ich übrigens fast mein gesamtes Werbematerial verbraucht (gut 30 kg). Aber nicht nur mir erging es so. Meine Mitstreiter am Messestand hatten das gleiche Problem. Für nächstes Jahr muss ich mir hierfür auf jeden Fall was einfallen lassen. Wahrscheinlich schlepp ich dann aber die Hälfte wieder zurück.
Am Samstag wurde auch der Sondermann verliehen. Ich habe mir sagen lassen, dass die Preisverleihung wesentlich zügiger vorankam und nicht durch dieses sinnlose bla bla gestreckt wurde, wie ich es letztes Jahr erleben musste. Wer was gewonnen hat, müsst ihr woanders nachlesen.
Am Abend fand dann die Veranstaltung “Erlesene Comics” statt. Dort wurde dem Publikum aus Comics vorgelesen, im wortwörtlichen Sinne. Das Publikum konnte die einzelnen Panels nicht sehen und so musste der Vorleser dem Publikum beschreiben, was auf den einzelnen Panels geschah. Es soll eine sehr, sehr gute Veranstaltung gewesen sein. Leider für mich zu spät, um noch einmal vom Hotel dorthin zu fahren. Vielleicht findet die Lesung nächstes Jahr etwas früher statt, so dass ich direkt von der Messe dorthin kann.
Dafür konnte ich am Abend das Highlight der Messe live erleben: In den Tagesthemen kam ein Beitrag von der Buchmesse und unser Stand war im Film zu sehen. Unser Stand! Hier das Beweisfoto:

Den ganzen Beitrag könnt ihr euch hier ansehen.
Sonntag war der Tag der Cosplayer. Bereits kurz nach Öffnung der Messe waren viele junge Leute mit meist guten Kostümen unterwegs und haben die Gänge blockiert.
Viel zu erzählen gibt es vom Sonntag nicht. Außer, dass am Nachmittag die erste deutsche Cosplaymeisterschaft stattfand. Für mich war das der ideale Zeitpunkt, meine Sachen zusammen zu packen und die Heimreise anzutreten. Somit war ich dann auch zwei Stunden früher zu hause, als ursprünglich geplant.
Besonderen Dank geht übrigens an Lydia von Der Biblyothek, die uns immer mit ihren Waffeln über den Tag gerettet hat.
Und wie heißt es doch so schön: Nach der Messe ist vor der Messe. Dank an alle unsere Besucher: Man sieht sich nächstes Jahr wieder!
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